Schüler_innen machen ein „FASS“ auf gegen Rassismus

FASS 2010

Ein halbes Jahr lang hatten sie dieses Wochenende mit vorbereitet: Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Lessinggymnasiums in Döbeln. Am 13. November war es nun also endlich soweit. 130 Schülerinnen und Schüler aus ganz Sachsen kamen nach Döbeln zum zweitägigen „Forum antirassistischer Schüler_innen in Sachsen“, kurz FASS.

Das FASS gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern vorzubereiten, war uns von Anfang an total wichtig. Wir wollten, dass sie diese Veranstaltung nach ihren Vorstellungen mitgestalten können. Das Demokratieverständnis, für welches wir eintreten, wurde somit auch während der Planung und Gestaltung des FASS gelebt.
Immer mit dabei ist das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC), welches das FASS gemeinsam mit den Falken Sachsen organisiert.

Das FASS findet bereits das fünfte Jahr in Folge statt. Die Ziele sind: der Austausch zwischen antirassistisch engagierten Jugendlichen, die Bestärkung für ihr Tun und Anregungen für das eigene Engagement.


Das Treffen findet jedes Jahr an einer anderen Schule statt. Die Zusammenarbeit mit den Schulen gibt uns die Chance, dort nachhaltige Prozesse anzustoßen und sie bei ihrem eigenen Engagement für eine demokratische Schulkultur zu unterstützen. Und dass das FASS am Lessinggymnasium als einer von über 40 sächsischen ,Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage‘ in Sachsen stattfindet, ist ein besonders wichtiges Zeichen für die Schule und die Teilnehmenden. Von dieser Zusammenarbeit profitieren alle Seiten und es hat hervorragend geklappt.

Nach der Begrüßung lernen die Jugendlichen beim „Markt der Möglichkeiten“ am Vormittag zivilgesellschaftliche Initiativen und Projekte kennen, bei denen sie mitmachen können. Nachmittags nehmen sie an Workshops teil, zu Homophobie, Flüchtlingspolitik, Antisexismus, Nazistrukturen oder rechter Musik. Sie können aber auch lernen, wie sie Geld für ihre antirassistischen Projekte beantragen können. Abends feiern sie gemeinsam bei einer Party im Café Courage, einem alternativen soziokulturellen Zentrum. Geschlafen wird in Klassenzimmern, es kommt Klassenfahrtstimmung auf.

Tags darauf findet eine gemeinsame Aktion in der Schule statt. Dann ist die häufigste Abschiedsfloskel „bis zum nächsten FASS“. „Ich komme nächstes Jahr auf jeden Fall wieder“, ist sich Linda (17) sicher, „es war toll.“ Einige werden sich schon eher wiedersehen, sie haben sich für weitere Veranstaltungen beim NDC und den Falken angemeldet.

Was nehmen die Jugendlichen mit nach Hause? Neue Bekanntschaften, aber auch neues Wissen. „Insbesondere die Arbeit der RAA Opferberatung hat mich beeindruckt und angesprochen. Davon hatte ich bisher noch nichts gehört“, meint Anton (16) aus Rochlitz. Julia (15) will „so etwas wie das FASS in klein an meiner Schule organisieren. Ich weiß jetzt, welche Initiativen ich dazu einladen kann.“ Eine Gruppe aus Borna hat einen fertig geschriebenen Fördergeldantrag aus ihrem Workshop in der Tasche, im Januar kann es losgehen.

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